Ein Weingut, das seinen eigenen Weg geht

Im Juni kam Thomas Zeter aus Neustadt-Diedesfeld mit sieben Weinen zur Weingilde. Das Weingut ist seit vielen Generationen im Familienhand, und das hat wohl dazu beigetragen, dass es bei den diversen Wein-Hypes der letzten Jahrzehnte zurückhaltend war. So bauten sie zu der Zeit, als Dornfelderweine teurer verkauft werden konnten als Wein aus traditionellen Sorten, so gut wie keinen Dornfelder an. Inzwischen, so Thomas Zeter, finden Fasswinzer keine Abnehmer mehr für Dornfelderweine, wobei seiner Auffassung nach bei dieser Rebsorte vor allem der Fehler gemacht wurde, sie mit maximalem Ertrag, d.h. bis zu 300 Hektoliter pro Hektar, zu lesen. Wenn man sich auf etwa 30 Hektoliter pro Hektar beschränkt, kann man tolle Weine bekommen, wie er mit einem Testanbau bei einer Verkostung 2005 erfahren durfte. Auch bei den PIWI-Sorten sind sie vorsichtig, obwohl diese einige Vorteile im Weinberg mit sich bringen, denn sie sind der Meinung, man sollte seine Alleinstellungsmerkmale, z.B. Deutschland als einziges Land mit den optimalen Bedingungen für den Riesling, nicht überstürzt aufgeben. Darum haben sie erst 2025 eine PIWI-Sorte, den Souvignier Gris, angepflanzt, und davon nur drei Zeilen. Der daraus gewonnene Saft soll separat ausgebaut und nicht in Cuvées „versteckt“ werden, wie es viele Winzerkollegen mit ihren PIWI-Sorten machten.

Aus dem dennoch breiten Rebensortiment wurden ein Rosé, fünf Weißweine und ein Rotwein – alle trocken ausgebaut – verkostet. Der Rosé ist der erste, der als Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot hergestellt wurde, was ihm deutlich mehr Charakter verleiht, als viele andere Roséweine haben.

Ihm folgte ein Riesling aus der Lage Diedesfelder Paradies, die sich direkt unter dem Hambacher Schloss befindet und zum Großteil durch leichte Sandböden gekennzeichnet ist. Im Filetstück ganz oben dagegen findet man Letten, was als sandiger Ton mit geringer Beimengung von Kalk beschrieben wird. Trotz der Hanglage ist deshalb dort die Wasserspeicherung sehr gut, und wegen der Südost-Ausrichtung ist die Lage relativ kühl und damit für den Rieslinganbau optimal. Kurz verwundert reagierten die Weinfreunde, als Thomas Zeter sagte, dass ihn dieser Wein beim Abfüllen immer enttäusche. Doch die Erklärung folgte sofort: Der Wein kann zu diesem Zeitpunkt sein Potenzial noch nicht zeigen. Darum hatte er den 2024er mitgebracht, und die für ihn aktuell optimale Trinkreife hat der 2019er. Das Weingut bewirtschaftet 15 Hektar, darunter sind ganze 5 Hektar für den Riesling reserviert, was dazu passt, dass die Pfalz das größte Rieslinganbaugebiet der Welt ist!
Thomas Zeter – neben Obergildemeister Siegfried Weber stehend – folgt den Ausführungen eines Gildemitglieds.

Diedesfeld liegt übrigens genau in der Mitte der pfälzischen Weinstraße und weist sehr unterschiedliche Böden auf, was den Anbau von vielen verschiedenen Sorten erlaubt, wobei aber die Frage, welche Lage für welche Rebsorten besonders geeignet ist, wegen des Klimawandels oft neu beantwortet werden muss.

Fortgesetzt wurde die Probe mit einem Weißburgunder und einem Auxerrois. Der Weißburgunder stammte vom Diedesfelder Berg, einer überraschenderweise komplett flachen Lage, die sich mit ihren schweren Böden sehr gut für Burgundersorten eignet. Für Zeter ist das „ein Maul voll Wein“, den man nicht nur als Essensbegleiter gerne trinkt. Zum Auxerrois, der teilweise im Holzfass ausgebaut wurde und darum einen schönen Schmelz aufwies, erzählte Zeter, dass er in der Pfalz früher oft für einen Weißburgunder-Klon gehalten wurde und viele Rebstöcke erst nach einer genauen Genanalyse als Auxerrois identifiziert wurden.

Danach folgten zwei Weine aus Sauvignon-Blanc-Trauben, der nach dem Chardonnay zweithäufigsten Weißweinsorte weltweit: einer von 2025 und einer, aus der Privat-Serie, von 2021. Zum ersten hieß es, dass sie die Lesezeit entzerrt hatten, um frische Säure, aber auch Körper in den Wein zu bekommen. Für Zeter spiegelt der Sauvignon Blanc wie der Riesling das Terroir besonders gut wider und ist eine fantastische „Spielwiese“ für den Winzer.

Beendet wurde der Abend mit einem Spätburgunder von 2022. Der Wein hat nur 0,1 Gramm Restzucker im Liter, weshalb er auch problemlos unfiltriert abgefüllt werden konnte, wurde in Holzfässern ausgebaut und machte einen biologischen Säureabbau durch. Er war der krönende Abschluss eines genussreichen Abends.

Hier geht’s zur Homepage des Weinguts.

Verkostete Weine

2025Cuvée Rosé trocken
2024Riesling trocken Paradies
Diedesfelder Paradies
2025Weißburgunder trocken
2024Auxerrois trocken
2025Sauvignon Blanc trocken
2021Sauvignon Blanc trocken
Zeter Privat
2022Spätburgunder trocken
Zeter Privat